Die ursprüngliche Stadt Noto wurde bei
einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1693 zerstört und nicht
wieder augebaut. Allerdings war Noto eine sehr reiche Stadt,
sodass man es sich erlauben konnte, in einiger Entfernung eine
neue Stadt aus dem Boden zu stampfen: das heutige Noto.
Beim Neuaufbau hat man sich jede Menge Mühe gegeben, die
wichtigsten Architekten waren mit Planung und Durchführung
betraut. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Noto ist seit 2002
UNESCO Weltkulturerbe und gilt als die schönste der
sizilianischen Barockstädte.
Die Stadt wurde im Schachbrettmuster am
Hang der Monti Iblei angelegt. Sie wird
hangparallel von drei schnurgeraden Hauptstraßen durchquert:
die Via Ducezio ist die unterste und verläuft durch die
Viertel des einfachen Volkes, die Via Cavour liegt oben
am Berg, an ihr wurden die Handwerker angesiedelt. Der zentrale Corso
Vittorio Emanuele III ist die Prachtstraße Notos, an ihr
befinden sich die schönsten und wichtigsten Gebäude Notos,
hier siedelte sich natürlich der Adel an.
Der Mittelpunkt der Stadt ist die Piazza
Municipio, dort befinden sich der Palazzo Ducezio (heute
Rathaus) und ihm gegenüber der Dom San Nicolò.
Letzterer stürzte 1996 nach schweren Unwettern teilweise ein,
Kuppel und Dach wurden schwer beschädigt. Über Jahre hinweg
war er geschlossen, auch mein Besuch endete leider am Ende der
Freitreppe.2007 wurden die Aufbau- und Restaurierungsarbeiten
abgeschlossen und der Dom wieder eröffnet.
Im August 1999, zur Zeit meiner
Sizilienreise, herrschte eine Hitzewelle mit bis zu 43
Grad im Schatten in Sizilien, die Sonne brannte unerbärmlich
vom Himmel herab. Bei dieser Hitze war die Stadt natürlich wie
ausgestorben, die honiggelben Sandsteingebäude und die leeren
Straßenzüge schafften eine ganz eigene Atmosphäre in dem sehr
hellen Sonnenlicht. Tatsächlich erscheinen die Gebäude auf den
nebenstehenden Fotografien fast weiß. Überhaupt hat mich die
Insel durch ihre honig- bzw. goldenen Farbtöne gefangen
genommen.
In rund 10km Entfernung sind auch heute
noch die Reste des einstigen Noto zu besichtigen, der unbewohnte
Ort wird heute als Noto Antica bezeichnet.
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